Realitaeten-Bureau

Drogenbekämpfung in Laos

Unabhängige ex-post Evaluation eines GIZ Vorhabens

Im Oktober und November 2011 führte Susanne Schardt für das Konsortium Sustainum – Institut für zukunftsfähiges Wirtschaften / Health Focus die Evaluation eines Vorhabens zur Drogenbekämpfung der GIZ im Norden von Laos durch. Hierbei wurden vor allem qualitative Methoden der Sozialforschung angewendet. Sie umfassten eine desk-study relevanter Dokumente, Beobachtungen, Befragungen und Fachgespräche vor Ort, semi-strukturierte Interviews mit relevanten Behörden sowie die partizipative Erstellung von sogenannten Timelines (Zeitschienen) mit der Zielgruppe in ausgewählten Gemeinden in den Provinzen Luang Namtha, Bokeo und Houaphan. Die Evaluation diente außerdem dazu, Empfehlungen für die künftige Kooperation Deutschlands mit Laos im Drogenbereich zu geben.

Das Vorhaben zur Drogenbekämpfung begann im Jahr 1998. Zu dieser Zeit war Laos als Teil des sogenannten „Goldenen Dreiecks“ (Thailand, Myanmar und Laos) drittgrößter Produzent von Opium weltweit – wenn auch weit hinter Myanmar und Afghanistan. Die Opiumkonsum-Prävalenz lag bei 2,9% und damit weltweit an zweiter Stelle nach dem Iran und deutlich über dem globalen Durchschnitt der damaligen Drogenkonsum-Prävalenz von 0,3%. Anbau und Verkauf von Opium sind besonders für die ärmsten Hochlandfamilien im Norden traditionell eine der wichtigsten Ressourcen zur Überbrückung der Reisknappheit bis zur nächsten Ernte. Der mangelnde Zugang zu Gesundheitsdiensten und die breite Verfügbarkeit von Opium haben dazu geführt, dass viele Hochlandbewohner Opium traditionell auch als Heilmittel einsetzen. Auch heute sind noch viele besonders alte Menschen Opiumabhängig.

Ziele des Vorhabens waren die Unterstützung der damals neu gegründeten Drogenkontroll-Behörden auf nationaler, Provinz- und Distriktebene und das Mainstreaming von Ansätzen der entwicklungsorientierten Drogenkontrolle. In ausgewählten Dörfern wurden Maßnahmen umgesetzt, die Alternativen zum Opiumanbau schaffen sollten. Außerdem wurden Präventionsprojekte und Entzugsmaßnahmen in den Gemeinden durchgeführt.

Health.Right.Now! HIV Prevention Without Barriers

High-Level und Experten-Konferenz in Berlin im November 2011

Auf Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) trafen sich am 21. November 2011 rund 200 hochrangige Expertinnen und Experten aus über 30 Ländern zur Konferenz Health.Right.Now! HIV Prevention Without Barriers in Berlin. Im Fokus der Konferenz standen die Menschenrechte und Stärkung der politischen Teilhabe von Menschen, die besonders von HIV betroffen sind. Ziel war eine Bestandsaufnahme des deutschen Engagements gegen HIV und AIDS in den letzten 25 Jahren und die gemeinsame Entwicklung von Empfehlungen für die Zukunft. Neben Key-Note Reden und Podiumsdiskussionen hochrangiger deutscher und internationaler Experten wurden in sechs Diskussionsforen ausgewählte Schwerpunktthemen näher beleuchtet und Handlungsfelder für die Zukunft identifiziert.

Susanne Schardt moderierte das Diskussionsforum Reducing Harm among Injecting Drug Users – How to Create an Enabling Environment for HIV Prevention. Hier wurden politische, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Einführung und Ausweitung von Harm Reduction-Ansätzen diskutiert. Die Teilnehmer kamen darin überein, dass Harm Reduction weltweit anerkannt und als wichtiges Element von Gesundheits- und Drogenpolitik umgesetzt werden sollte. Hier kann die deutsche EZ die langjährige deutsche Erfahrung mit dem Harm Reduction Ansatz nutzen, um in Zusammenarbeit mit wichtigen Akteuren auch in den Partnerländern die rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Hürden für einen gleichberechtigten Zugang von Drogenkonsumenten zu adäquater Hilfe zu ermöglichen.

Die abschließenden Empfehlungen aller sechs Diskussionsforen und weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Konferenz.

>>>>

Erste Konferenz des European Harm Reduction Network (EuroHRN)

Marseille, 6. - 7. Oktober 2011

Vor mehr als 20 Jahren wurde in Europa der Harm Reduction entwickelt. Seitdem wird er in den meisten EU Mitgliedsstaaten umgesetzt und weiterentwickelt. Über erste lokale Experimente mit Substitution, Spritzentausch und anderen niedrigschwelligen Angeboten hat sich eine Vielfalt von unterschiedlichen Diensten bis hin zu innovativen Maßnahmen wie Konsumräumen und Heroinvergabe an schwer Abhängige etabliert. Inzwischen ist in der EU der Ansatz weithin politisch und rechtlich anerkannt. Dennoch war das Europäische Harm Reduction Netzwerk weltweit das bisher letzte, das sich 2010 gründete. Die erste Konferenz des European Harm Reduction Networks EuroHRN fand am 6. und 7. Oktober 2011 in Marseille statt und brachte über 200 Mitglieder, Vertreter von Einrichtungen und Verbänden sowie andere wichtige Akteure zusammen, um die Harm Reduction Ansätze in Europa und die künftige Zusammenarbeit zu diskutieren. Die Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen wurden in den "Marseille Key Issues" zusammengefasst:

1. Harm Reduction ist eine effiziente und effektive Gesundheitsstrategie
2. Harm Reduction hat einen Wert an sich
3. Der Bedarf für ein pan-europäisches Netzwerk ist deutlich geworden
4. Harm Reduction in Europa wird nicht einheitich umgesetzt: manche Länder müssen ihre Angebote ausweiten, andere müssen den Ansatz als solchen "verteidigen".
5. Harm Reduction verbreitet sich weltweit
6. Als Geburtsort des Harm Reduction Ansatzes sollte Europa diese Vermächtnis schützen und seine weitere Verbreitung sichern

Beschlossen wurden weitere Treffen und Diskussionsforen, eine Verbesserung der Kommunikation sowie die Bildung von Partnerschaften und Allianzen, um gemeinsam für die Verbreitung des Ansatzes einzutreten.

Susanne Schardt hat den Workshop zum Thema "Partnerschaften mit kommunalen Entscheidungsträgern" unter Vorsitz von Patrick Padovani, dem stellvertretenden Bürgermeister von Marseille, moderiert, aus dem ebenfalls Empfehlungen für künftige Schritte hervorgegangen sind.

Mehr über EuroHRN und die Konferenz im Oktober lesen Sie hier

>>>>

Ich maile, also bin ich

Peter Klös zu virtuellen und realen Welten auf der neuen Internet-Plattform "Mitten im Viertel"

"Mitten im Viertel" ist ein neues Internet-Portal - für jedes Stadtviertel, jeden Ortsteil und jedes Dorf in Deutschland. Eine Plattform, die Begegnungen im wirklichen - und nicht nur im "virtuellen" - Leben möglich macht. Das Internet ist hierbei lediglich Mittel zum Zweck, damit Menschen sich dort wo sie wohnen treffen, miteinander sprechen, sich austauschen und gegenseitig helfen. Denn hier steht einmal nicht die virtuelle Gemeinschaft mit Abschaltoption im Vordergrund: "Mitten im Viertel" ist eine Bürgerplattform, die das Internet auf bisher ungewohnte Weise nutzt, um nachbarschaftliche Beziehungen zu fördern. Sie ist ein Portal in die Realität - zu echten Kontakten, echten Nachbarschaften und realem Umgang miteinander.

Peter Klös in seinem Beitrag : "Virtualität muss sich ja nicht immer bloß auf das einsame Sitzen vor dem PC beschränken, sie kann eben auch die Tür zu anderen Menschen öffnen und dafür sorgen, dass Nachbarschaft wieder neu entsteht und neue Verlässlichkeit und Nähe schafft, ohne im bösartigen Tratsch und neidischer sozialer Kontrolle – und somit in neuer Einsamkeit – zu enden."

Mehr zu "Mitten im Viertel" und die Beiträge von Peter Klös finden Sie hier

>>>>

Thema: Richtig Führen am Arbeitsplatz

Beiträge von Susanne Schardt zu den Themen Delegieren und Führungsstile - in GWI-Newsletter Coaching

"Mehr Teampotenziale durch gezieltes Projektmanagement" (GWI Coaching - Juli 2010)
Ein gutes Team besteht immer aus Mitarbeitern, die unterschiedliche Fähigkeiten einbringen. Diese optimal für ein Vorhaben zu nutzen,beweist echte Führungs-qualitäten.Denn erst durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Kompetenzen lassen sich auch größere und komplexe Projekte bewältigen. Wer erreichen will, dass die Mitarbeiter im Team mitdenken und Eigenverantwortung übernehmen, muss richtig richtig delegieren. Was Sie dabei beachten sollten, beschreibt Susanne Schardt in diesem Beitrag.

"Innovativ Führen - Wählen Sie Ihren Führungsstil" (GWI Coaching - Augusti 2010)
Führungskräfte müssen heute viele verschiedene Rollen ausfüllen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass verschiedene Führungsstile in verschiedenen Situationen flexibel angewendet werden sollten. Die besten Vorgesetzten sind demnach diejenigen, die unterschiedliche Verhaltensstile anwenden und den richtigen Stil für jede Situation finden. In ihrem Beitrag beleuchtet Susanne Schardt verschiedene Führungsstile und deren Vor- und Nachteile.

Thema Burnout: "Brennen Sie jetzt nicht aus" (GWI Coaching - Juli 2009)
Je schlechter die wirtschaftliche Lage ist, desto mehr gehört es in vielen Unternehmen zum „guten Ton“, ständig unter Zeit- und Arbeitsdruck zu stehen. Eine solche Stimmung im Unternehmen wirkt wie ein Sog – und führt im schlimmsten Fall bei Einzelnen zum Burnout.
Entscheidend ist aber nicht unbedingt die objektive Arbeitsbelastung, sondern das Maß, wie man sich seelisch unter Druck fühlt. Viele Menschen „schwelen“ lange Zeit, ohne die Symptome oder Folgen des Ausgebranntseins zu erkennen. Susanne Schardt beschreibt Symptome und Warnsignale von Burnout und gibt Tipps wie man gegensteuern kann.

Thema Jobzufriedenheit: "Mehr Zufriedenheit – mehr Engagement"                                  (GWI Coaching - August 2009)
Laut einer Umfrage des IFAK-Instituts von 2008 fühlen sich nur noch 12 % der Beschäftigten ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet und sind mit Motivation und Engagement bei der Arbeit. Gelegentlich ausgepowert sein ist ganz normal. Kritisch wird es, wenn man so demotiviert ist, dass Beschwerden nicht mehr geäußert oder sich darüber nicht einmal mehr Gedanken gemacht werden. Dann droht die sogenannte "Innere Kündigung". Susanne Schardt gibt in diesem Beitrag Tipps zum Selbstcheck und zeigt Wege, wie Sie sich wieder motivieren können.

Lesen Sie mehr im Newsletter Coaching.

>>>>

Auf einen Blick:

Unsere Coaching Angebote

Unsere Beratungsangebote für Führungskräfte und Teams finden Sie jetzt in einem übersichtlichen Flyer, den Sie hier herunterladen können.

Download Flyer

Lesen Sie mehr über unsere Angebote für Ihr Team in der Rubrik "Konflikt".>>>>


Aktueller Buchtipp

Beruf Planung - Zwischen Engagement und Auftrag

Peter Klös und Stefan Höfer

Dieses Buch schaut hinter die Fassade und in den Alltag von Stadt- und Objektplanung. Es ist eine Reflexion über den Beruf "Planer", seine Position in der Gesellschaft und vor allem die Realität nach der Ausbildung: Wie fühlen sich Planer zwischen Realität und Bebauungsplan, Bürgerinitiativen und politischen Entscheidungen?

Der Kulturanthropologe Peter Klös und der Stadtplaner Stefan Höfer haben sechs Planerinnen und Planer eingeladen, sich mit ihrem Beruf einmal anders und intensiver auseinanderzusetzen.

Erschienen im Paulo Freire Verlag